Wie Angehörige die Pflege zu Hause bewältigen können

Jessica Jantz • 2. Februar 2026

Wenn ein nahestehender Mensch plötzlich Hilfe braucht, stellt dies das eigene Leben oft von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. Wer kann sich kümmern? Was muss konkret erledigt werden? Und wie geht man dabei eigentlich richtig vor? Die Pflege von Angehörigen zu Hause beginnt selten mit einem klaren Plan. Meist wächst man Schritt für Schritt hinein und geht dabei oft an seine Grenzen oder darüber hinaus.


Wir geben dir in diesem Beitrag hilfreiche Tipps, wie du den Alltag als Pflegeperson besser meistern kannst und zeigen, welche Formen der Unterstützung es gibt.

Pflege ist vielseitig

 

Grundsätzlich geht es beim Pflegen darum, soviel Hilfe zu leisten, wie individuell benötigt wird. Das hängt natürlich stark vom Gesundheitszustand ab. Ein eigentlich fitter Mensch, der sich die Beine gebrochen hat, benötigt eine andere Pflege als jemand, der schwer an Demenz erkrankt ist.


Außerdem kann sich der Pflegebedarf auch von Tag zu Tag verändern. Deshalb sollte man zunächst herausfinden, was die pflegebedürftige Person noch selbstständig hinbekommt und wo Unterstützung wichtig ist. Je nach Pflegegrad gehören typischerweise Aufgaben wie Körperpflege, An- und Auskleiden, Hilfe beim Essen, Mobilisation, Medikamentengabe, Wundversorgung oder auch die Organisation von Arztbesuchen zur Pflege.


Hinzu kommen hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen oder Putzen. Außerdem ist es wichtig, soziale und emotionale Bedürfnisse zu erfüllen. Pflege kann also ein echter Fulltime-Job werden, allerdings haben nur wenige Angehörige die Kapazitäten, sich viele Stunden täglich zu kümmern.


Hemmungen bei der Pflege

 

Das Pflegen von Angehörigen ist meist auch emotional belastend, vor allem, wenn absehbar ist, dass sich der Gesundheitszustand nur noch verschlechtern wird. Mitzuerleben, wie beispielsweise der Partner oder die Eltern immer hilfloser werden, ist schmerzhaft. Die Rollen verändern sich und Grenzen verschwimmen. Manche Tätigkeiten fallen vielen Angehörigen besonders schwer, etwa die Intimpflege. Das Gefühl von Scham ist auf beiden Seiten vollkommen normal.


Auch die Angst, etwas falsch zu machen, begleitet viele Pflegende. Besonders bei der Medikamentengabe ist die Unsicherheit groß. Stimmen die Dosierungen? Wurde nichts vergessen? Noch größer wird die Sorge, wenn Injektionen notwendig sind, etwa bei Diabetes oder zur Thromboseprophylaxe. Es kann dauern, bis man mit allen Aspekten der Pflege umgehen kann.


Pflege kann man lernen – und das sollte man auch

 

Was vielen nicht bewusst ist: Niemand muss Pflege „einfach können“. Es gibt spezielle Pflegekurse und Schulungen für Angehörige, die die Grundlagen der Pflege vermitteln. Sie werden häufig von Pflegekassen, ambulanten Pflegediensten oder sozialen Trägern angeboten und sind meist kostenlos. In diesen Kursen geht es nicht um Theorie, sondern um Praxis.


Angehörige lernen zum Beispiel, wie man jemanden rückenschonend im Bett bewegt, vom Bett in den Rollstuhl hilft oder welche Hilfsmittel eingesetzt werden können. Gerade falsche Hebe- und Tragebewegungen führen bei Pflegenden häufig zu Rücken- und Gelenkschmerzen. Die richtigen Handgriffe schützen die eigene Gesundheit und machen die Pflege für alle Beteiligten sicherer. In geschütztem Rahmen können zudem Fragen gestellt werden, die man sich im Alltag vielleicht nicht zu fragen traut.


Entlastung annehmen

 

Pflege muss nicht komplett allein geleistet werden. Bestenfalls kann man die anfallenden Aufgaben auf viele Schultern verteilen, auf Familienmitglieder und Freunde, aber auch auf ehrenamtliche Helfer, die beispielsweise Einkäufe in der Nachbarschaft übernehmen oder für nette Gesellschaft sorgen. Bei einem höheren Pflegebedarf kann aber vor allem ein ambulanter Pflegedienst gezielt entlasten. Pflegekräfte kommen dann nach Hause und können in vielen verschiedenen Bereichen helfen. Das kann zum Beispiel die morgendliche Körperpflege sein, die Durchführung von Übungen zur Mobilisation oder die Medikamentengabe.


Viele Angehörige empfinden es als große Erleichterung, medizinisch anspruchsvolle oder besonders intime Tätigkeiten abzugeben. Andere nutzen Pflegedienste regelmäßig, um selbst Luft zu holen oder Beruf und Pflege besser vereinbaren zu können. Denn die ständige Belastung kann dazu führen, dass pflegende Angehörige selbst krank werden oder unter den Umständen enorm leiden. Regelmäßige Verschnaufpausen sind wichtig. Auch ein Urlaub kann realisiert werden.


Die Pflegekasse bezahlt unter bestimmten Voraussetzungen bis zu sechs Wochen ambulante Verhinderungspflege oder acht Wochen stationäre Kurzzeitpflege im Jahr. Viele Pflegedienste informieren über verschiedene Möglichkeiten zur Entlastung, sowohl finanziell als auch emotional und ganz praktisch.


Außerdem kann es hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind. In vielen Orten gibt es Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige. Außerdem kann die kostenfreie App in.kontakt genutzt werden, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurde.

Raum mit indirekter Beleuchtung.
von Jessica Jantz 1. September 2025
Du bist auf der Suche nach der perfekten Lichtlösung für dein Zuhause? Erfahre 10 Gründe, warum es LEDs sein sollten.
Eine Spritze wird verabreicht.
von Jessica Jantz 19. August 2025
Im Herbst kommt die altbekannte Frage zurück: Soll ich mich gegen Corona und Grippe impfen lassen? Für wen es wirklich nötig ist, weiß die Stiko!
Eine Person wird an den Ohren berührt.
von Jessica Jantz 16. Juni 2025
Du planst den Hörgerätekauf im Internet? Wir sagen dir, warum Experten davon abraten.
Das Internet ist das Tor zur Welt.
von Jessica Jantz 25. Februar 2025
Du möchtest deine WordPress-Website gestalten? Mit unseren zehn Tipps gelingt es.
Lieferwagen bei einer Haushaltsauflösung
von Jessica Jantz 3. Februar 2025
Du musst einen Haushalt auflösen? Nutze unsere 10 Tipps für gutes Gelingen!
Zahnärztin mit einem Gebissmodell in der Hand
von Jessica Jantz 23. Januar 2025
Angst vorm Zahnarzt? Überflüssig, denn moderne Technologien erweitern die Möglichkeiten.
Eine bunte Auswahl an T-Shirts passt zu jedem Schrank.
von Jessica Jantz 15. Dezember 2024
Du suchst die wichtigsten Basics für deinen Kleiderschrank? Wir sagen dir zehn davon, die du für maximalen Stil brauchst.
Paletten sind nicht nur praktisch, sondern auch zum Möbelbau geeignet.
von Jessica Jantz 2. Oktober 2024
Lust auf ein cooles Heimwerkerprojekt? Nutze Paletten und das passende Werkzeug, um schicke und kostengünstige Möbel selbst zu bauen
Schrott und Müll sind echte Probleme für die Umwelt.
von Jessica Jantz 11. September 2024
Es wird ernst: Müllvermeidung ist das Gebot der Stunde, und Zero Waste ist der Trend, der uns alle zum Nachdenken bringt. Doch was steckt wirklich dahinter?
Frau freut sich über ihre Schwangerschaft
von Jessica Jantz 5. Juli 2024
Du bist schwanger, hast aber immer noch einen Job. Informiere dich über alle Privilegien, die dir in dieser spannenden Zeit zustehen.