Mann mit Erkältung

10 Hausmittel bei Erkältung: Was hilft und was nicht

Die 10 besten Hausmittel bei Erkältung – gegen Hatschi und Co

Hatschi, Halskratzen und eine verstopfte Nase können ganz schön nerven. Hausmittel machen die Erkältungszeit manchmal angenehmer, beseitigen die Viren aber nicht. Diese zehn Ideen sind keine Rangliste bewiesener Heilmittel. Entscheidend ist, was dir guttut und sicher ist. Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden brauchst du ärztliche Hilfe.

1. Wärme genießen, aber keine heiße Dampfschüssel

Eine Schüssel mit heißem Wasser unter einem Handtuch ist kein harmloser Klassiker. Sie kann schwere Verbrühungen verursachen, besonders bei Kindern. Wir empfehlen diese Methode deshalb nicht. Für Wasserdampf ist außerdem keine eindeutige Wirkung gegen Erkältungsbeschwerden belegt. Eine angenehm warme Dusche ist eine mögliche Wohlfühlalternative, solange du dich kreislaufstabil fühlst.

Ätherische Öle sind nicht automatisch unbedenklich. Bei kleinen Kindern können etwa menthol- oder kampferhaltige Produkte gefährlich sein. Auch bei Asthma können Duftstoffe Beschwerden auslösen. Nutze medizinische Inhalationsgeräte und Zusätze nur entsprechend ihrer Anleitung und gegebenenfalls nach Rücksprache mit der Praxis.

2. Hühnersuppe: Ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältung

Eine warme Suppe liefert Flüssigkeit und je nach Rezept auch Energie. Das kann angenehm sein, wenn du wenig Appetit hast. Hühnersuppe ist aber weder ein Schleimlöser mit gesicherter Wirkung noch ein Mittel, das die Erkältung zuverlässig verkürzt. Iss sie, wenn du sie magst, nicht aus Pflichtgefühl.

Du isst kein Fleisch? Entdecke hier ein tolles Rezept für eine vegane Hühnersuppe, inspiriert von Omas Kochkünsten.

3. Zwiebelwickel: Kein belegtes Erkältungsmittel

Zwiebeln in Socken oder auf den Fußsohlen heilen keine Erkältung. Für eine zuverlässige Wirkung dieser Wickel fehlen überzeugende Belege. Hautreizungen und eine unangenehme Nacht sind dagegen möglich. Lass die Zwiebel lieber in der Suppe und mach es dir mit sauberen Socken bequem.

Eine wohltuende Routine kann beim Ausruhen helfen. Sie ersetzt aber keine Behandlung. Besonders bei Kindern solltest du keine reizenden Lebensmittel oder Hausmittel auf die Haut legen, nur weil der Trick als natürlich beworben wird.

4. Honig mit Zitrone: Ein wohltuendes Getränk für die Erkältungszeit

Ein lauwarmes Getränk mit etwas Honig kann bei Husten angenehm sein. Honig darf nicht an Kinder unter einem Jahr gegeben werden. Zitronensaft ist Geschmackssache und kann einen gereizten Hals auch unangenehm reizen. Ein solcher Tee ist kein Vitamin-C-Heilmittel gegen die laufende Erkältung.

Fenchel- oder Kräutertee kannst du nach Geschmack trinken. Spezielle Honigprodukte sind dafür nicht nötig. Beachte bei Fertigprodukten die Altersangaben und bei Arzneitees die Anwendungshinweise. Wer Zucker begrenzen muss, sollte auch Honig entsprechend berücksichtigen.

5. Salzwasser-Gurgeln: Nur wenn es dir angenehm ist

Manche Menschen empfinden vorsichtiges Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser als angenehm. Eine garantierte schnelle Linderung oder das Abtöten der Erkältungsviren ist damit nicht bewiesen. Spuck die Lösung aus und beende den Versuch, wenn er brennt oder einen Würgereiz auslöst.

Kleine Kinder, die noch nicht sicher gurgeln können, sollten das nicht ausprobieren. Du kannst stattdessen ein geeignetes Getränk anbieten. Bei ausgeprägten Schluckbeschwerden oder wenn Trinken kaum noch möglich ist, lass die Ursache ärztlich abklären.

6. Wadenwickel: Natürliche Fiebersenkung bei Erkältung

Fieber muss nicht allein wegen der Zahl auf dem Thermometer gesenkt werden. Kalte Wadenwickel können unangenehm sein und bei Schüttelfrost den Körper zusätzlich belasten. Falls lauwarme Wickel überhaupt eingesetzt werden, nur bei warmen Beinen und Füßen und ohne Frieren. Bei Kindern und unklarer Ursache fragst du besser zuerst die Kinderarztpraxis.

7. Knoblauch: Lebensmittel statt Virus-Killer

Knoblauch ist ein Lebensmittel, aber kein nachgewiesener Virus-Killer bei einer Erkältung. Laborbefunde über einzelne Inhaltsstoffe lassen sich nicht einfach auf das Essen einer Zehe übertragen. Wenn du Knoblauch magst, kannst du damit kochen. Rohe große Mengen können Magen und Schleimhäute reizen.

Du musst dich nicht durch einen scharfen Knoblauch-Zwiebel-Mix quälen. Noch wichtiger als ein vermeintlich starkes Hausmittel ist, dass du ausreichend essen und trinken kannst. Konzentrierte Präparate sind kein Ersatz für eine sinnvolle Behandlung.

8. Ingwertee: Wohltuende Wirkung für die Atemwege

Ingwertee kann wärmen und schmeckt vielen Menschen gut. Daraus folgt nicht, dass er Erkältungsviren beseitigt oder die Abwehr zuverlässig verstärkt. Schneide ein paar Scheiben in dein Getränk, wenn du ihn verträgst. Bei empfindlichem Magen ist weniger oft angenehmer.

Dattelsirup ist eine vegane Süßungsmöglichkeit, aber kein medizinischer Ersatz für Honig. Für eine vergleichbare Wirkung gegen Husten ist damit nichts bewiesen. Beide Varianten enthalten Zucker. Du kannst Tee genauso gut ungesüßt trinken.

9. Ausreichend Ruhe und Schlaf: Die beste Medizin gegen Erkältung

Bei einer Erkältung ist es besonders wichtig, deinem Körper ausreichend Ruhe und Schlaf zu gönnen. Gib deinem Immunsystem die Chance, die Erkältungsviren effektiv zu bekämpfen, indem du genügend Zeit zum Ausruhen und Schlafen einplanst. Vermeide körperliche Anstrengung und nimm dir bewusst Zeit für dich selbst.

Mach es dir zu Hause bequem und reduziere anstrengende Termine. Du musst nicht nach zwei Tagen wieder fit sein. Eine Erkältung dauert häufig ein bis zwei Wochen, Husten manchmal länger. Bei Fieber solltest du auf Sport verzichten und nach der Erkrankung vorsichtig wieder anfangen.

10. Ausreichend trinken, ohne dich zu zwingen

Trinke entsprechend deinem Durst und ersetze zusätzliche Verluste durch Fieber oder starkes Schwitzen. Du musst keine riesigen Mengen erzwingen. Bei einer ärztlich vorgegebenen Trinkmengenbegrenzung hältst du dich an diese.

Wasser, Tee und auch andere Getränke liefern Flüssigkeit. Zuckerhaltige Getränke sind nicht wirkungslos für den Flüssigkeitshaushalt, enthalten aber oft viel Zucker. Wähle, was du verträgst, und trinke nicht so heiß, dass du Mund oder Hals verbrennst.

Fazit: Wohlbefinden unterstützen und Warnzeichen beachten

Hausmittel können den Alltag angenehmer machen, eine schnelle Heilung garantieren sie nicht. Antibiotika helfen nicht gegen eine einfache virale Erkältung. Ob eine zusätzliche bakterielle Erkrankung vorliegt und Medikamente nötig sind, entscheidet die Arztpraxis.

Bei Atemnot, starken Brustschmerzen, Verwirrtheit oder einem deutlich lebensbedrohlichen Zustand rufst du 112. Anhaltendes hohes Fieber, eine Verschlechterung nach anfänglicher Besserung oder Probleme beim Trinken gehören zeitnah abgeklärt. Außerhalb der Sprechzeiten hilft bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden die 116117. Für Säuglinge und Menschen mit schweren Vorerkrankungen gilt eine niedrigere Schwelle für ärztlichen Rat.

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